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zuletzt aktualisiert:
05.12.2009

 

6. Dezember 2009
Nikolaus-Tag und 2. Advent

Lied des Tages: Laßt uns froh und munter sein

Gedichte des Tages: Sprüche die man dem Nikolaus aufsagen kann


Mit Weihnachtsrolf um die Welt

Ich möchte Sie einladen, mit mir zusammen um die Welt zu reisen, und jeden Tag bis Weihnachten einen anderen weihnachtlichen Schauplatz aufzusuchen.

Heute besuchen wir den Christkindlmarkt in Wien. Auf dem Wiener Adventszauber ist eine Camera installiert die sich steuern lässt.
Ich selbst war fasziniert von der Schärfe, zoomt doch mal in die Mengen, man kann problemlos die faszinierenden Gesichter erkennen.

 

Muß ich euch denn wirklich noch die Geschichte vom heiligen Nikolaus erzählen?
Ihr könnt Sie nachlesen im Bereich Brauchtum

Eine andere Nikolausgeschichte findet ihr hier

Nikolaus in Not

 

Sprüche die man dem Nikolaus aufsagen kann

 

Niklaus, Niklaus, huckepack,
schenk uns was aus deinem Sack!
Schütte deine Sachen aus,
Gute Kinder sind im Haus.


Nikolaus, komm in unser Haus,
leer deine große Tasche aus,
Stell deinen Schimmel untern Tisch,
daß er Heu und Hafer frißt.
Heu und Hafer frißt er nicht?
Zuckerbrezel kriegt er nicht.


Sankt Niklas ist ein braver Mann,
bringt den kleinen Kindern was.
die großen läßt er laufen
die können sich was kaufen.

Noch mehr Gedichte findet ihr hier:

Der Nikolaus in Not
Nach Felix Timmermanns

Es fielen noch ein paar mollige Flocken aus der Schneewolke, dann erschien plötzlich der runde silberne Mond. Es war ein friedlicher Abend, genau richtig für wunderbare Dinge, die dann und wann geschehen, aber keiner sah die Schönheit des alten Städtchens. Alle Leute schliefen nämlich schon.

Nein, nicht alle: Auf dem Stadtturm wohnte Dries, der Nachtwächter, der durfte nicht schlafen, weil er den Menschen die Stunden ansagen musste – damals hatten die Leute nämlich noch keine eigenen Uhren.

In dem kleinen Laden die Straße hinunter saß traurig Trinchen, die Besitzerin des Süßwarengeschäftes. Ihr Herz war von Traurigkeit ganz zerstochen. Sie hatte heute am Nikolaus-abend zwar all ihre Schokoladenfiguren verkauft, auch von den Bonbons war nichts übriggeblieben – aber – das große, teure Schokoladenschiff war stehen geblieben. Es war einen halben Meter hoch, mit buntem Zuckerguss lustig verziert, hatte süße kleine Leitern aus Zucker und viele Segel. Das Schiff war soooo schön, aber es war auch sehr teuer. Und Trinchen hatte zum Nikolaustag nichts, aber auch gar nichts verdient, wenn dieses Schkoladen-Schiff nicht verkauft würde. Warum hatte sie es denn überhaupt für ihr kleines Geschäft haben müssen!? Eigentlich hätte sie vorher wissen können, dass alle Leute kommen würden, um sich das wunderschöne Schiff im Schaufenster an zusehen, aber dass keiner genug Geld hatte, um es für seine Kinder zu kaufen.
Und heute war Nikolausabend.
Spät am Abend machte sie endlich ihre Türen zu, schloss die Fensterläden und konnte in ihrem Bett vor Kummer nicht schlafen.

Und es gab noch einen dritten Menschen im Städtchen, der nicht schlafen konnte. Das war die kleine Cäcilie. Sie hatte einen blonden Lockenkopf und war so arm, dass sie sich nie mit Seife waschen konnte, und ein Hemdchen trug, das am Saum ausgefranst war wie Eiszapfen an der Dachrinne. Die kleine Cäcilie saß, während ihre Eltern schon schliefen, vor dem Kamin.
Damals war es noch so, dass der Nikolaus seine Geschenke durch den Schornstein warf, so dass sie aus dem Kamin in die Stube purzelten.
Cäcilie wartete auf das große Schokoladenschiff. Sie wusste, es würde ihr gebracht werden, denn sie hatte das jede Nacht geträumt, seit sie das Schiff in Trinchens Schaufenster gesehen hatte. Nun saß sie mit einem Kissen im Arm da, um es aufzufangen, damit es nicht zerbrach.

Während nun die drei wachenden Menschen im Städtchen jeder mit etwas anderem beschäftigt waren, öffnete sich der Mond wie eine Tür und für einen Augenblick fiel das echte Licht aus dem wirklichen Himmel auf die Erde. Das geschah, um den Nikolaus auf seinem weißen, schwerbeladenen Eselchen und den Knecht Ruprecht durchzulassen. Das Eselchen stellte sich auf einen Mondstrahl, stemmte die Beine steif und rutschte nur so hinunter wie auf einer Eisbahn. Der schlaue Knecht Ruprecht fasste den Schwanz vom Eselchen und ließ sich ganz behaglich auf den Fersen hockend mitziehen. So landeten sie mitten in unserm kleinen Städtchen auf dem beschneiten Marktplatz.
In den Körben, die zu beiden Seiten des Eselchens hingen, dufteten Leckereien, die Knecht Ruprecht zum teil in der himmlischen Backstube selbst gebacken hatte, manches hatte er auch in Trinchens Laden gekauft, natürlich als einfacher Mensch verkleidet. Damit war er dann an einem Mondstrahl in den Himmel hinaufgeklettert, und heute musste nun alles vereilt werden an die kleinen Freunde vom Nikolaus.
Der Nikolaus ritt durch die Straßen und bei jedem Haus, in dem ein Kind wohnte, gab er - je nach Artigkeit des Kindes dem Knecht Ruprecht Leckereien und schöne Dinge. Der kletterte wie ein Eichhörnchen an den Regenrinnen bis auf die Dächer und ließ sie dann ganz sachte durch den Schornstein fallen, gerade auf einen Teller, der unten im Zimmer stand oder in einen Holzschuh hinein. Ja, der Knecht Ruprecht verstand seine Sache, denn alles kam heil unten an, der Nikolaus war darum sehr stolz auf seinen Helfer.
So bearbeiteten sie das ganze Städtchen und nur selten mussten sie für böse Kinder eine Rute herabwerfen.

„Da wären wir mal wieder fertig für dieses Jahr“, sagte Knecht Ruprecht mit einem tiefen Seufzer, als er die leeren Körbe sah.
Er steckte sich ein Pfeifchen an, froh, dass die Arbeit getan war.
„Was“, rief der Nikolaus beunruhigt, „ist nichts mehr drin? Und die kleine Cäcilie? Die kleine brave Cäcilie? ....Scht!“
Der Nikolaus sah auf einmal, dass sie vor Cäcilies Haus standen und legte den Finger auf den Mund. Doch das Kind hatte die Stimmen schon gehört, war ans Fenster geklettert, hatte die Gardine zur Seite geschoben und sah den Nikolaus, den wirklichen Nikolaus.
Mit offenem Mund staunte sie, und dann hörte sie: “...ist denn gar nichts mehr in den Körben, lieber Ruprecht?“
„Nein, Herr, genau sowenig wie in meinem Portmonee. “Und der Nikolaus sah ganz traurig aus.
„Ach“, sagte Knecht Ruprecht, „da ist nichts mehr zu machen. Schreib der kleinen Cäcilie einen Brief, dass sie im nächsten Jahr doppelt und dreifach bekommt!“
„Niemals! Ich, der ich im Himmel wohnen darf, ich sollte diese kleine Cäcilie, das bravste Kind der Stadt leer ausgehen lassen und ihr eine schlechte Meinung von mir beibringen! Nein, Ruprecht! Nie!“
„Aber Herr, Ihr wisst doch, dass der Backofen kalt und der Zucker alle ist. Und hier in der Stadt schläft alles. Und uns ist es verboten, Menschen zu wecken. Außerdem sind die Läden alle ausverkauft.“

Ich brauch euch nicht zu erzählen, dass Cäcilie langsam immer trauriger wurde von all den Worten. Das schöne Schiff sollte nicht bei ihr landen!... Und auf einmal hatte sie eine Idee. Sie machte die Tür auf und stand in ihrem zerschlissenen Hemdchen auf der Schwelle. Der Nikolaus und Knecht Ruprecht fuhren vor Schreck zusammen wie die Kaninchen. Doch Cäcilie machte einen Knicks, stapfte mit ihren bloßen Füßen durch den Schnee und ging zu dem Kinderfreund. „Guten Tag, lieber Nikolaus“, stammelte sie „alles ist noch nicht ausverkauft. Bei Trinchen im Laden steht noch ein großes Schokoladenschiff....als sie den Laden zugemacht hat, stand es noch im Schaufenster. Ich habs gesehn!“

Als er sich von seinem Schreck erholt hatte, rief der Nikolaus erfreut: “Siehst du wohl,
es ist noch nicht alles verkauft, hin zu Trinchen... Aber, ach, wir dürfen doch niemanden wecken!“ seine Stimme klang verzweifelt.
„Ich auch nicht?“ fragte das Kind.
„Bravo! Wir sind gerettet! Kommt!“ So gingen der Nikolaus, der Esel, Knecht Ruprecht und die kleine barfüßige Cäcilie durch die dunkle Stadt. Sie kamen zu Trinchens Haus. „Weck sie rasch auf“, sagte der Nikolaus. Und das Kind lehnte sich mit dem Rücken an die Tür und pochte mit den Fersen dagegen.
Aber das klang leise wie ein Samthämmerchen. „Wenn ich noch stärker klopfe, geh es gar nicht mehr, denn meine Füße tun mir weh vor Kälte“, sagte Cäcilie. „Mit den Fäusten!“ meinte der Ruprecht, doch das war noch leiser. Jedenfalls hörte Trinchen nichts in ihrem Bett.
„Ich werde meine Schuhe ausziehen, damit kannst du klopfen“, schlug Ruprecht nun vor. „Nein“, sagte da der Nikolaus, „Gott duldet keine Tricks. Wir dürfen keine Menschen wecken!“ -Dabei hätte er sich am liebsten einen Finger abgebissen, um Cäcilie etwas schenken zu können!
„Aber den Nachtwächter darf ich rufen, der schläft doch nicht!“ rief Knecht Ruprecht erfreut. Alle drei kehrten um und liefen schnell zum Nachtwächter Dries. Sie riefen und lärmten unten auf der Straße, aber der Turm war zu hoch. Dries hörte sie nicht. Die Schneebälle, die Knecht Ruprecht nach oben warf, kamen auch nicht bis ans Nachtwächterfenster. Da kletterte Ruprecht wie eine Katze hinauf bis zum Nachtwächter.
Der ließ vor Schreck seine Trompete fallen, auf der er gerade ein Stundenlied blasen wollte, aber Knecht Ruprecht erzählte fix die ganze Geschichte. „Erst sehen, dann glauben“, sagte Dries, aber er kam doch mit hinunter. Schnell liefen sie durch die Straßen wieder zu Trinchens Laden und der Nachtwächter stampfte und rammelte mit so viel Getöse an der Tür, dass Trinchen holterdiepolter aus dem Bett stürmte und erschrocken das Fenster öffnete.
“Geht die Welt unter?“
„Wir kommen wegen des großen Schokoladenschiffs“, weiter kam der Nikolaus gar nicht, schon hatte Trinchen die Ladentür aufgeschlossen. Sie machte Licht und huschte zur Kasse. Sie dachte, das müsste ein vornehmer Herr sein. „Sehr geehrter Herr“, stotterte sie aufgeregt, „hier ist das Schiff aus bester Schokolade, und es kostet 12 Taler.“ Es kostete eigentlich nur 10 Taler, aber so ein vornehmer Herr hat wohl genug Geld, dachte Trinchen.
Aber nun platzte die Bombe. An Geld hatte der Nikolaus überhaupt nicht gedacht! Knecht Ruprecht hatte auch keins und die kleine Cäcilie schon gar nicht. Der Nachtwächter hob bedauernd die Schultern.
„Tu’s dem Himmel zuliebe“, sagte Knecht Ruprecht. „Nächstes Jahr will ich auch deinen ganzen Laden leer kaufen.“
Aber Trinchen rührte sich nicht, vielleicht waren das verkleidete Diebe, obwohl: den einen davon kannte sie?!
Trotzdem rief sie: „Schert euch raus! Hilfe! Hilfe! Sowas am Nikolausabend!“
„Aber ich bin doch der Nikolaus“, sagte der wirkliche Nikolaus.
„So siehst du aus! Hast ja nicht mal einen roten Heller!“
„Ach, das elende Geld, das nur Unfrieden stiftet“, seufzte der Nikolaus.
„Und arme Leute arm macht“, schoss es der kleinen Cäcilie durch den Kopf.
Da fiel der Nikolaus vor dem Nachtwächter auf die Knie und flehte ihn an, die 12 Taler zu bezahlen, dann sollte ihm auch alles Glück der Erde werden.
Dries war gerührt und sagte zu dem ungläubigen, hartherzigen Trinchen: „Ich weiß nicht, ob er lügt, aber genauso sieht der Nikolaus doch auf den Bildern aus, die wir beide uns als Kinder immer angesehen haben, weißt du das nicht mehr? Gib ihm doch das Schiff! Morgen bezahle ich es dir, du kennst mich doch schon so lange!“
Ihrem alten Freund konnte Trinchen nun nicht mehr widerstehen und der Nikolaus bekam das Schiff. „Schnell, nach Hause“, rief er, „leg dich schlafen, wir bringen gleich das Schiff!“ Cäcilie lief durch den Schnee, aber zu Hause setzte sie sich wieder mit dem Kissen an den Kamin und wartete.
Als sie einmal zum Fenster schaute, ach – was sah sie da! Dort auf einem silbernen Mondstrahl kletterte das Eselchen mit dem Nikolaus in die Höhe und Knecht Ruprecht ließ sich mitziehen. Der Mond öffnete sich und ließ die beiden ein, dabei drehte sich der Nikolaus noch einmal um und winkte der Erde zu.
Cäcilie war zum Weinen zumute. Das Schiff war doch nicht zu ihr gekommen, es lag nicht auf ihrem Kissen.

Aber - o welches Glück - dort neben der kalten Asche stand ja ohne Delle oder Kratzer das schöne Schiff mit den vielen Segeln. Cäcilie hatte nichts bemerkt. Wie war das zugegangen?
Tja, das bleibt das Geheimnis des Knecht Ruprecht und der ist ganz besonders findig und geschickt!