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zuletzt aktualisiert:
13.12.2009

 

14. Dezember 2009

Lied des Tages: Rudolph, das kleine Rentier


Geschichte: Stallgeflüster

 

Ein Spiel für Euch zum Download
zur Verfügung gestellt von www.blueskied.com
 

Mit Weihnachtsrolf um die Welt

Ich möchte Sie einladen, mit mir zusammen um die Welt zu reisen, und jeden Tag bis Weihnachten einen anderen weihnachtlichen Schauplatz aufzusuchen.

Heute geht es nach Levi in Finnland

für mehr Infos auf das Bild klicken

 

Stallgeflüster
Begegnungen am Weihnachtsabend
(Weihnachtsgeschichte für die Stall-Weihnachtsfeier) – nachdenklich.

Grüße Euch Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch eine Geschichte vorlesen. Ob es Realität ist oder Fantasie, die Frage stelle ich in Raum, denn jeder wird diese Geschichte anders empfinden und auch anders darauf reagieren, aber ich bin mir sicher, dass Sie Euch gefallen wird.

Nun, stellt Euch vor, ihr steht vor einem Reitstall - einem Ort wie diesem wo wir uns heute Abend zusammengefunden haben. Draußen schneit es und es ist der Weihnachtsabend, das Fest der Wunder. Und solch ein Wunder werde ich Euch heute schenken, denn diese Geschichte ist geschehen an einem Ort, einem Ort wie diesem, nur viel weiter in einem Land, in dem die Tiere mit den Engeln sprechen können.

Wenn man nur hören könnte, was die Tiere, besonders die Pferde für Geschichten uns erzählen möchten, würde man ihnen aufmerksam zuhören. Doch nun entspannt Euch, lehnt Euch zurück und lauscht meinen Worten, denn Sie werden Euch ein kleines Geheimnis erzählen.

Pssst. seid ganz leise - seht dort ein Hund draußen im Hof, seinen Namen kennen wir nicht, aber wir wissen, dass dieser Hund ein ganz besonderer Hund ist, denn er bewacht den Hof bei Tag und Nacht. Doch sein Schicksal hat es nicht immer so gut mit ihm gemeint, er wurde einfach dagelassen, auf dem Hof, wie ein Papier, welches man in den Papierkorb wirft. Aber der Hofherr war ein guter Mensch und nahm das Waisenkind gerne auf. Der Hund dankt es ihm Tag und Nacht, in dem er auf ihn und seine Pferde aufpasst.

Nun setzen wir uns in die kleine Laube in diesem Hof, um zu beobachten, was in der heutigen Nacht geschehen wird.

Nach wenigen Minuten spüren wir einen kühlen Windhauch, der an uns vorüberzieht. Als wir genauer hinsehen erblicken wir einen Engel. Seine Flügel sind groß und durchsichtig, durchzogen von zarten silberschimmernden Streifen, die sich im Mondlicht spiegeln. Der Engel setzt sich neben den Hund und streicht ihm vorsichtig über sein Fell. Der Hund, der normalerweise sofort anschlägt, wenn ein fremder den Hof betritt, ist die Ruhe selbst. Sonderbar, denkt Ihr? Nein, denn die Tiere spüren sofort, wer es jemand gut mit ihnen meint.

Glaubt ihr dass Tiere sprechen können? Warum sollten Sie es nicht können, wenn man ihnen aufmerksam zuhört, dann erzählen Sie einem Geschichten und von ihrem Leben. Aber wer nimmt sich hierfür schon die Zeit. Durch Stress und Hektik nimmt man die wahren Güter dieser Welt nicht mehr so ernst, wie Liebe und Gefühl.

Doch heute Nacht, nehmen wir uns die Zeit, denn auch die Tiere haben eine Seele, die sich zu entdecken lohnt.Besonders die Pferde, die auf diesem Hofe zuhause sind, werden uns ihre Aufmerksamkeit schenken. Kommt gehen wir ein Stück näher an die Stallungen, denn dort bewegt sich der Engel mit dem Hund gemeinsam hin.
Vorsichtig, wir müssen ganz still sein, denn sonst entdecken uns die Beiden und das Wunder ist vorüber.

Als wir näher bei Ihnen im Stall sind, leuchtet jedes einzelne Stallfenster in den schönsten Farben des Regenbogens und alle Pferde schauen aus ihren Fenstern in die Stallgasse. Und wenn man etwas nicht auf den ersten Blick erkennt, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. Wir setzen uns nun in die Nähe der beiden, und jetzt geschieht das Wunder dieser Nacht, ihr könnt die Pferde und auch den Hofhund sprechen hören.

Wie fühlt sich das an, wenn man auf einmal diese Gabe geschenkt bekommt, ich hoffe
ihr nehmt es an und hört ihnen aufmerksam zu, damit ihre Worte, die auf eine kleine
Reise gehen, den Ort erreichen, der wichtig ist, damit ihr sie versteht - Euer Herz.

Der Engel geht zu der ersten Box, bei dem ein kleiner Fuchs traurig herausschaut und
ihm seine Seele öffnet. Mein lieber Hund, würdest Du bitte hier auf dieses Pergamentpapier alles aufschreiben, was uns die auch die anderen Pferde heute Nacht erzählen? Der Hund nickte und begann mit den Gedanken eines Hundes zu schreiben.

Warum bist du so traurig, fragte der Engel mit ruhiger Stimme. Was ist geschehen, magst du es mir erzählen und wie ist Dein Name.

Schön, dass Du nach meinem Namen fragst. Man nennt mich Filou und ich erzähle dir gerne meine Gedanken, denn es bedrückt mich schon mein ganzes Leben hier in diesem Stall und ein Lächeln huschte ihm über sein Gesicht. Denn endlich konnte er jemanden seine Seelenleid offenbaren. Jemand hörte ihm zu und er war nicht irgendjemand bei dem man seine schlechte Laune auslässt Weißt du lieber Engel, ich gehöre dem Stallbesitzer,
der immer dafür sorgt, dass ich mein Fressen bekomme und es mir gut geht, aber manche die auf mir reiten, sehen mich nicht als Lebewesen, welches auch mal einen schlechten Tag hat. Nein ich muss immer funktionieren, auch wenn ich mal krank bin oder ich mich zu müde fühle, weil ich schon dreimal am Tag geritten worden bin. Darauf nehmen diese Menschen keine Rücksicht, aber woher sollen Sie es auch wissen, denn niemand nimmt sich mehr die Zeit dafür es ihnen zu erklären. Die Reitlehrer erklären nicht mehr die
Seele und die Gefühle eines Pferdes, weil es auch in der heutigen Zeit, kaum mehr gewünscht wurde. Aber ist es nicht die Aufgabe eines Lehrers, gerade Kindern das Pferd in seinen verschiedensten Facetten zu erklären?

Der Engel strich Filou durch die Mähne. Du möchtest, dass sich die Menschen mehr um dich kümmern und nicht nur einfach eine Stunde auf dir reiten und dich dann abstellen und sich nicht einmal mehr bei dir bedanken. Denn Du könntest ja auch nicht so ein braves Reitpferd sein, aber Dein Charakter ist gut und somit wehrst Du dich auch nicht. Weißt Du Filou, ich werde es den Menschen berichten, sei ohne Sorge, es wird sich etwas ändern.

Langsam bekamen die anderen Pferde auch Vertrauen zu dem Engel, der sich jede
einzelne Geschichte anhörte und sich Zeit für deren Worte Zeit nahm.

So auch Fantastico, der dunkelbraune Grosse der in jeder Stunde von seinen Reitern nicht respektvoll behandelt wurde. Er erzählte, nur weil ich schon älter bin als die anderen muss ich genauso schnell laufen, auch wenn ich nicht mehr kann, hauen sie mir die Sporen rein und schlagen mich. Aber wer fragt, wie es mir geht? Selten, außer ein kleines Mädchen, sie streichelt mir zart über meinen Hals und flüstert mir ins Ohr, dass alles gut ist und sie mich auch so mag, auch wenn ich anders bin als die tollen Pferde, die in der Stunde anwesend sind. Ich mag sie, aber sie komme leider nicht mehr, warum das weiß ich nicht. Aber sie ist
ein toller Mensch, solche Menschen gibt es - aber sie reiten meistens ihre eigenen Pferde.

Wir sind Schulpferde und spüren nicht mehr die Liebe, nicht mehr den Respekt und auch nicht mehr das Gefühl gebraucht zu werden. Und das vermissen wir. Nach langem Zuhören in der Stille küsste der Engel zart die Nüster von Fantastico und versprach ihm, dafür zu sorgen, dass die Menschen wieder mehr Gefühl zeige würden.

Aus der hinteren Ecke erklang eine helle Stimme, von einer Stute, deren Name Libelle war. Weißt Du mein lieber Engel, ich bin ein Pferd in privater Obhut, aber auch zu mir sind meine Besitzer nicht immer nett und freundlich. Egal was ich tue, und ich bin noch sehr jung, es ist ihnen nicht recht. Mal gehe zu schnell, dann wieder zu langsam und die Strafe sie kommt immer - diese Sporen und diese Gerte.

Meinst Du, dass sich meine Besitzer darüber Gedanken machen, wenn sie aus Prestigegründen sich ein Pferd angeschafft haben, ich muss Turniere gehen, schneide ich gut ab, bin ich das tollste Pferd der Welt doch versage ich, bekomme ich das durch Zuckerbrot und Peitsche zu spüren. Sie verlangen sehr viel von mir - und dieses Geschrei, ich kann es nicht mehr hören. Was geschieht mit mir, wenn ich ihre Erwartungen nicht mehr erfüllen kann?

Langsam legte der Engel seine Hand auf die Blesse der Stute und sagte, meine Liebe auch deine Menschen werden sich für deine Worte interessieren und darüber nachdenken, wie sie sich in Zukunft dir gegenüber verhalten werden.

Von der linken Seite drang eine dunkle Stimme an das Ohr des Engels. Mein Name ist
Festus. und was ich nicht verstehen kann, warum achten die Menschen nicht auf Zeichen oder gar geschriebenes - sie können doch lesen, oder etwa nicht.

Das Nichtraucherzeichen wird von ihnen einfach missachtet, obwohl sie wissen, dass
Stroh sofort Feuer fängt, nehmen Sie darauf kaum Rücksicht. Wie kann man sie hier sagen, dass sie besser auf uns aufpassen sollen, denn wir können nicht das Feuer löschen. Sag Engel, was können wir hier tun. Der Engel war sprachlos, denn verstand nicht, dass jemand trotz Hinweise anders handelt. Plötzlich drangen von den ganzen Stallfenstern Worte der Verzweiflung in die Gasse und der Engel erhob seine klare Stimme und es war still im Raum der Zeit.

Meine lieben Pferde, ihr erlebt nicht nur schlechtes in dieser Welt. Auch hier ist es nicht anders, wie in der Menschenwelt, einer sagt etwas Schlechtes und die anderen folgen ihm, ohne die positiven Seiten ihres Lebens zu nennen.

Ein kleines schwarzes Pferd mit kindlicher Stimme schritt aus seinem Stall heraus und erhob die Worte. Ich bin hier der Jüngste und habe keine Erfahrung mit dem was ihr hier alles erzählt, aber ich glaube immer noch an das Gute - auch bei den Menschen. Wenn niemand ihnen sagt, was sie falsch machen, kann sich ja auch nichts ändern. Wenn wir diese Geschichte hier aufschreiben und ihnen an das Stalltor heften, dann wissen Sie was uns wieder lächeln lässt. Die anderen Pferde schauten den Sprössling erstaunt an und im selben
Augenblick ging ein Wiehern durch die Stallgasse, dass man es bis in den nächsten Ort hören konnte.

Ja, du hast recht erwiderte Festus der als erstes das Wort ergriff, die Menschen sind nicht alle so, es gibt auch die, die uns respektvoll gegenübertreten. Oftmals haben Sie auch Angst vor uns, was unbegründet ist, denn wir haben keine Masken und verstecken uns nicht, wir sind so, wie wir eben sind. Manche Menschen sind liebevoll auch in ihren Gesten und gehen auf uns ein, streicheln unsere Seele indem sie gut über uns sprechen und warme Worte unsere Ohren erreichen. Das ist Balsam für unser kleines Herz. Wenn wir krank sind
machen sie sich Sorgen und versuchen uns zu helfen, aber wenn wir ihre Sprache sprechen könnten, dann würden sie uns schneller helfen können, so probieren sie was in ihrer Macht steht, damit es uns gut geht.

Der Engel sah die Pferde mit einem Lächeln an. Ihr seht also, nicht alles ist so schwarz, wie ihr es gerade erzählt habt. Selbst im Reich der Tiere ist es wichtig, beide Seiten zu hören und zu fühlen, damit man sich ein objektives Bild machen kann.

Der Engel ging noch weiter durch die Stallgasse bis er die letzte Box erreichte, indem ein großes stattliches weißes Pferd stand und genüsslich seine Karotten fraß. Wer bist Du, fragte der Engel. Von links vorne, klang es herüber, dass ist unser Ratgeber im Stall, durch seine Weisheit hat er uns schon oft geholfen und auch erklärt, warum Menschen eben so sind, wie sie sind. Der staatliche Weise sah zum Engel auf und senkte seine Augen. Weißt du mein lieber Engel ich habe irgendwann aufgehört den Menschen etwas vorzumachen, denn nur wenn man ehrlich ist, dann erreicht man die Seele und somit das Herz. Sie haben mich verstanden, nach einigen Hochs und Tiefs - aber jetzt bin ich glücklich und ich gebe allen diese Worte mit auf den Weg Ihres Lebens.

Die Pferde vergessen, was Menschen gesagt haben, sie vergessen was Menschen getan haben, aber niemals vergessen sie es, wie sie sich gefühlt haben, als sie in der Nähe eines Menschen waren. Es liegt nicht an uns, sondern an den Menschen, wie sie in Zukunft mit diesen Worten umgehen. Es ist schwierig für manche Menschen, die so daran gewöhnt sind, wie Dinge eben sind. Selbst wenn sie schlimm sind, sie zu ändern. Dann geben Sie auf und wenn das alles tun, dann verlieren alle. Doch wenn wir diese Geschichte den Menschen
erzählen könnten, dann wird sich etwas verändern, denn man hat sich die Zeit genommen, es ihnen zu erklären, warum wir manchmal so oder so reagieren. Der Engel und die Pferde wurden ganz still, dann erhob sich der Engel und sang in den schönsten Melodien von der Liebe und verschwand in den Himmel. Die Pferde blickten ihm nach und wussten - diese Nacht hat ihr Leben verändert. Die Lichter erloschen im Stall und der Hofhund ging wieder hinaus in die Kälte, doch sein Herz war so warm, denn auch er wusste, dass die Menschen morgen anders sein werden. Er ging an das Tor und legte das Schriftstück nieder, welches durch seine Gedanken die Stimmen der Pferde in sich trug und legte sich ruhig schlafen.

Pssst. ja ihr, seid ihr noch in der Stallgasse, dann schnell raus und in die warme Stube. Hier ist es warm und ihr fühlt euch wohl. Wünsche Euch noch einen schöne Nacht und vielleicht wisst ihr nun auch, dass sich etwas verändern wird, im Stall der Begegnungen am Weihnachtsabend.

Copyright by Joy November 2007
Für alle die etwas in den Köpfen der Menschen gegenüber den Pferden positiv verändern möchten! Die Namen und Farben der Pferde können geändert werden, das copyright der Geschichte liegt alleine bei mir und darf ohne meine Erlaubnis nicht abgedruckt werden. Freue mich, wenn die Geschichte Ihren Weg in die unterschiedlichsten Reitställe findet. Schönes und besinnliches Weihnachtsfest.