Christkinds Getreuer Knecht
von Emil Weber (1877-1944)
Von grünen Tannen ganz umstellt,
Liegt still ein Haus am End der Welt.
Darinnen haust auf seine Art
Ein alter Mann mit langem Bart.
Wenn´s Winter wird, da gibt's zu tun;
Da kann er nur am Abend ruhn.
Und wenn´s die ersten Flocken schneit,
Da lächelt er: Bald ist´s soweit.
Und eines Abends schwebt ganz sacht
Ein Engel wieder durch die Nacht.
Er schwebt, umglänzt von goldnem Schein,
Auf´s Häuschen zu und geht hinein.
"He Alter" - ruft er - "sei bereit;
Die Zeit ist da, es ist soweit!"
Der Engel aber dass Ihr´s wisst,
Kein andrer als das Christkind ist.
Ihm dient der Alte treu und recht;
Knecht Ruprecht ist´s des Christkinds Knecht
Längst fertig sind die Sachen all;
Der Esel wartet schon im Stall.
Der gute Graue, dick vom Ruh´n,
Bekommt nun tüchtig was zu tun.
Zwei größe Säcke bis zum Rand
Gefüllt - so geht´s ins Menschenland.
Am nächsten klopft´s bei euch an.
Du kriegst ´nen Schreck ...
Der Weihnachtsmann!
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