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zuletzt aktualisiert:
15.10.2011

 

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DIE WEIHNACHTSWATSCH'N

Jürgen Peters, München



Wie jedes Jahr war ich mit allen Weihnachtsvorbereitungen schon am frühen Nachmittag fertig, um dann mit meinen 3 Kindern gemütlich zusammenzusitzen und gemeinsam auf das Christkind zu warten. Der Duft von Plätzchen, der Weihnachtsgans und dem Kinderpunsch erfüllte das ganze Haus und ich erzählte den Kinder alle möglichen Weihnachtsgeschichten.
Sie wollten immer mehr hören, aber langsam wusste ich keine weihnachtlichen Geschichten mehr, so dass ich von den Weihnachtsfesten aus meiner Kindheit erzählte.

Nun, als Kind war ich kurz vor dem Fest furchtbar aufgeregt und wieselte allen möglichen Leuten vor die Füße. Natürlich passierte dann immer etwas. Mal ließ ich etwas fallen, ein andermal stieß ich aus versehen jemanden an.
Und so kam es, obwohl Handgreiflichkeiten in unserer Familie streng verpönt waren, dass mich irgendeiner (vom Bruder bis hin zur Tante) mit einer Watsch'n wieder auf den Boden der Realität zurück brachte. So ging das jedes Jahr und es regte sich außer mir keiner mehr auf, denn der Bub hat ja mal wieder seine Weihnachtswatsch'n bekommen, das ist schon fast Tradition. Meine Kinder quietschten vor Vergnügen, dass auch der Papa so seine Schwierigkeiten hatte, doch leider fiel mir jetzt überhaupt nichts mehr ein und das Christkind sollte erst in einer halben Stunde kommen. Ich nahm meinen jüngsten auf den Schoß und fing an mit ihm herumzualbern und ihn zu kitzeln.
Dabei verdrehte er sich fürchterlich den Fuß und im Reflex gab er mir eine schallende Ohrfeige. Wütend hob ich in hoch und wollte gerade anfangen in gehörig zu schimpfen, da sagt seelenruhig mein ältester Sohn: "Aber Papa, was regst du dich auf, er hat doch nur eine alte Tradition wieder aufleben lassen!"
Da mussten wir alle herzhaft lachen und der Weihnachtsfrieden war wieder gerettet.