Das hatte ich ganz vergessen........
von Petra Hoffmann
Puh, endlich geschafft.
Heute hatte ich alle Händevoll damit zu tun, die letzten Weihnachtsgeschenke
zu besorgen.
Die Menschen drängelten sich an den Kassen, als wenn es schon "MORGEN"
nichts mehr gäbe. Autoschlangen vor den Ampeln, das sich selbst bei
"GRÜN" nichts mehr bewegte und kein Termin mehr beim Frisör.
Das war mir jetzt egal. Ich saß, in meiner warmen Stube.
Nun wollte ich es mir gemütlich machen.
Morgen war schließlich "Heiligabend", da durfte keine
Hektik mehr aufkommen.
Ich brauchte auch nur noch die Geschenke zu verpacken und den Baum zu
schmücken.
Genüsslich naschte ich von den selbstgebackenen Plätzchen,
welche ich von Frau Kruse geschenkt bekommen hatte.
Frau Kruse, eine nette Nachbarin schenkte mir jedes Jahr einen Teller
voll
von "Selbstgebackenem". Ich revanchierte mich dafür mit
einem Gesteck,
welches ich auf Ihrer "Baumwurzel" fertig steckte.
Als mein Windlicht mit Weihnachtsduft endlich angezündet, seinen
Duft entfaltete und meine Musik von "Rock Christmas" im Hindergrund
lief, überkam mich die totale "Weihnachtsstimmung".
Nun ging es ans Verpacken.
Dieses Jahr hatte ich mir als Geschenkpapier etwas ganz besonderes einfallen
lassen.
Sorgfältig breitete ich alle Geschenke auf dem Boden aus.
Tücher, Band und Schere lagen bereit.
Ich wickelte jedes Geschenk in ein Handtuch, Gästetuch oder Geschirrtuch
ein.
Ein Geschenk für Mama, für Papa, für meinen Bruder Johannes
und seine Frau Lisa.
Ein Geschenk meine Schwester Michaela, ein Geschenk für Oma und eins
für Tante
Brigitte. Zum Schluss für meine Freundin Conni und für den kleinen
Lukas von nebenan. So schön waren die Geschenke noch nie verpackt.
Toll, ich hatte etwas für den Umweltschutz getan, kein Verpackungsmüll.
Dieses Jahr hatte ich mir einen ganz tollen Weihnachtsbaum besorgt, nur
ca. einen
Meter hoch. Nachdem ich den Baum geschmückt hatte, in diesem Jahr
Blau /weiß,
legte ich wie immer alle Geschenke mit Namensschild versehen unter meinen
Christbaum.
Als ich alle Geschenke dort liegen sah, wurde mir ganz warm ums Herz.
Trotz all der Hektik in diesen Tagen, musste ich ganz doll daran denken,
dass Gott uns
seinen Sohn schenkte. Nein, der Sinn von Weihnachten darf uns einfach
niemals verloren gehen. Ich sah ganz deutlich das Kind in der Krippe im
Stall von Bethlehem vor mir.
Dieses Kind, war das größte Geschenk für uns Menschen.
Durch dieses Kind sind wir Gott auch heute noch nahe. Ein größeres
Geschenk konnte es gar nicht geben. Für dieses Geschenk bin ich immer
dankbar.
Bis zum zweiten Weihnachtstag blieben nun alle Geschenke unter meinem
Christbaum
liegen.
Jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag hatte ich alle meine Lieben zum Weihnachtskaffee
eingeladen. Pünktlich gegen 15.00 Uhr waren dann alle zur Stelle.
Nach Tischgebet wurde die schöne Weihnachtstorte verzerrt. Dann machten
wir es uns bei stiller Musik gemütlich. Es war richtig herrlich wieder
einmal die schönen Weihnachtslieder "gemeinsam" zu singen.
Jetzt ging es ans "Beschenken"
Die Augen des kleinen Lukas von nebenan funkelten als er seine Duplo-Eisenbahn
in der Hand hielt. Ich begann die restlichen Geschenke zu verteilen.
Dieses Mal hatte ich wirklich den Geschmack von allen getroffen.
Nachdem jeder sein Geschenk erhalten hatte, wunderte ich mich, das noch
ein
Geschenk unter dem Christbaum lag, denn alle hatten ihr Geschenk bereits.
Ich nahm das Päckchen hoch und schaute aufs Namensschild.
Frohe Weihnachten " Für meine liebe Oma Elfriede" stand
darauf.
Ich hatte ganz vergessen,
Oma Elfriede hatte uns am 18. ten Oktober für immer verlassen.
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