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zuletzt aktualisiert:
15.10.2011


 

 

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Ein Weihnachtsbaum!
Nur für mich!
von Heike

Dezember1997: Kurz vor Weihnachten schwebt der kleine, vierjährige Matteo
mit seiner Mama im Flugzeug von Rom in das kalte Deutschland. Weihnachten
wird in Italien natürlich auch groß gefeiert. In Matteos Heimatstadt
strahlen viele Lichterketten in den Straßen. In den zahlreichen Kirchen gibt
es viele, wunderschön aufgebaute, Krippen zu bewundern. Bei einer
ausreichenden Zuschauerzahl fällt sogar mitten in der Stadt, auf einem
Hinterhof, künstlicher Schnee vom Himmel und bedeckt dort die stehenden
biblischen Bilder. Das Christkind und der Weihnachtsmann haben auch hier
alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Kinderwünsche zu erfüllen, und es
gibt sogar die Möglichkeit, einen echten Tannenbaum zu kaufen.

Matteo aber hat seine ganz eigenen Vorstellungen. Bereits im Kindergarten
hat er verkündet, dass er in Deutschland mit seinem Opa in den Wald geht und
sich dort selbst einen Weihnachtsbaum absägen wird. Natürlich hat er auch
einen Wunsch - eine Motorsäge, die braucht er nämlich unbedingt. Und wenn
ihn sein Kindermädchen schon so direkt fragt, was er sich denn von ihr zu
Weihnachten wünscht - nun, so eine Motorsäge wäre doch DIE Gelegenheit, um
sich beim Christkind nützlich zu machen.

Jetzt aber macht sich der kleine Mann mit der ganzen Familie auf den Weg in
den Tannenwald des Bauern, der die Weihnachtsbäume verkauft. Zwar ohne
Motorsäge, dafür aber mit einer verrosteten Bogensäge und viel Tatendrang
ausgerüstet, sind alle eifrig auf der Suche nach einer geeigneten Edeltanne.
Sorgfältig wird der große Baum ausgewählt, abgesägt und an Ort und Stelle
fertig bearbeitet zum späteren Einstielen im Christbaumständer.
Matteo sucht inzwischen alle abgesägten Baumreste nach verwertbaren
Tannenzweigen ab und wird auch fündig. Noch bevor sein Opa den großen Baum
auf der Schulter balanciert, trägt der kleine Mann bereits seinen “eigenen
Tannenbaum” zurück zum Bauernhof. Auf seine Bitte hin werden die Zweige
genau so schön in ein Netz verpackt wie der große Familienbaum vom Opa.

Wieder zu Hause angelangt, muss Opa dieses Jahr auf seinen eifrigsten
Zuschauer und Helfer verzichten - Matteo hat doch noch so viel zu
organisieren! Hier verschwindet eine Kugel, an anderer Stelle fehlen
plötzlich etliche Holzfiguren, Strohsterne, Watte und Lametta - alles findet
einen neuen Platz! Auf dem Spieltischchen steht Matteos Weihnachtsbaum in
einem Blumentopf und strahlt einen immer festlicheren Anblick aus. Zuerst
brennt eine Kerze, dann werden die Nächsten angezündet - Matteo feiert
Weihnachten mit seinem eigenen Weihnachtsbaum.
Voller Besinnlichkeit sitzt das kleine Kerlchen mitten in der Stube und ist
doch so weit weg! Was gäbe ich nicht alles für die Gedanken, die jetzt in
diesem kleinen Köpfchen sind!

Sollten wir Großen uns nicht ruhig mal ein Beispiel an Matteos eigenem
Weihnachtsfest nehmen?