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Zuletzt aktualisiert
23.11.2017

Weihnachtsbäume - das Original vs. künstliche Varianten

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Weihnachtsbaum (400x266, Jpg)In Deutschland bricht alle Jahre wieder pünktlich zur Vorweihnachtszeit das Jagdfieber aus. Unzählige Bäume werden begutachtet, zur Hand genommen, die Fülle der Zweige und der Stamm geprüft. Schließlich ist jeder auf der Suche nach dem besonderen Baum, dessen Zweige sich schmücken lassen und der kerzengerade in den Himmel ragt. Die Rede ist vom Weihnachtsbaum.

Jedes Jahr nehmen circa 24 Millionen Christbäume in deutschen Stuben Platz. Geschmückt mit bunten Christbaumkugeln und Lametta oder schlicht einfarbig mit Zierrat aus Glas ist der Weihnachtsbaum neben dem Weihnachtsmann zu der Tradition geworfen, auf die niemand gern verzichtet. Ist er doch auch für den Nachwuchs ein deutliches Signal – in 2 – 3 Tagen ist mit der Bescherung zu rechnen.
Aber: Am Weihnachtsbaum scheiden sich die Geister. In vielen Haushalten muss er aus dem Wald kommen. Es spielt keine Rolle, ob selbst geschlagen oder von der Plantage. Ein Teil der Weihnachtsbaum-Besitzer sieht sich mit einem anderen Weg bestätigt – dem künstlichen Weihnachtsbaum. Wer hat aber Recht?

Das Original - der Tannenbaum zum Weihnachtsfest

O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter … – eine Ode an den Weihnachtsbaum? Obwohl ursprünglich sicher nicht als Weihnachtslied gedacht, ist das Volkslied im 19. Jahrhundert zum Weihnachtslied geworden. Und unterstrich mit aller Deutlichkeit, wie wichtig der Weihnachtsbaum inzwischen geworden war.
Und der Tannenbaum ist auch heute noch – im 21. Jahrhundert – einer der Nadelbäume, die es in vielen Haushalten auf den Spitzenplatz schaffen. Genauer gesagt ist die Rede von der Nordmanntanne. Laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist sie der Weihnachtsbaum Nr. 1 – gefolgt von Blaufichte, anderen Fichten, Nobilistanne, Weißtannen und Kiefern.

Was macht aber den besonderen Reiz eines echten Weihnachtsbaums aus? Das natürliche Grün, der besondere Duft – ein gewachsener Weihnachtsbaum verströmt ein einzigartiges Flair. Dabei hebt sich die Nordmanntanne in besonderer Weise ab. Sie entwickelt einen sehr gleichmäßigen wie dichten Wuchs, sattes Grün – und ist dennoch langlebig.
Jede Nadelbaumart hat ihre ganz speziellen Vorzüge. Allgemein überzeugt der echte Weihnachtsbaum durch seinen Duft, den natürlichen Look und die Tatsache, dass sich jedes Jahr für einen anderen Baum entschieden werden kann. Auf der anderen Seite hat diese Variante auch ihre Nachteile. Beispielsweise trocknet der Baum gerade nahe der Heizung schnell aus.
Wer das Gießen vergisst, beschleunigt den Verlust der Nadeln. Zudem erhöht sich gerade bei längeren Standzeiten die Brandgefahr, weshalb echte Kerzen mit Bedacht einzusetzen sind. Ein weiterer Nachteil ist die Entsorgung. Jedes Jahr landen Millionen Weihnachtsbäume im Müll, was einen erheblichen Aufwand für die kommunale Abfallwirtschaft bedeutet. Und noch etwas ist zu bedenken: Jeder natürlich gewachsene Weihnachtsbaum ist beim Einschlagen bereits circa 12 Jahre alt. Mittlerweile werden nach Informationen auf Robinwood.de aber auch immer mehr nachhaltig angepflanzte Weihnachtsbäume angeboten.

Der natürliche Weihnachtsbaum – die Vorteile:

  • besonderes Flair beim Einschlag im Wald
  • natürlicher Look
  • Baumduft
  • jedes Jahr Abwechslung möglich

Die Nachteile:

  • Preis
  • nadelt nach einiger Zeit
  • Brandgefahr
  • Entsorgung nach Weihnachten
  • Ursprung Saatgut/Anbau nicht immer klar

Künstliche Weihnachtsbäume - besser als ihr Ruf?

Tannenzweig (380x253, Jpg)Einer YouGov-Umfrage zufolge haben sich 17% der deutschen Haushalte für Weihnachten gegen den natürlich gewachsenen Tannenbaum entschieden. Hier steht das künstliche Pendant über die Feiertage im Wohnzimmer. Gefertigt werden die künstlichen Weihnachtsbäume heute aus zwei Werkstoffen: LUVI und PE (Polyethylen).
Dabei wird das PE-Material im Spritzguss-Verfahren verarbeitet, während sich bei LUVI um geschnittene Folie. Welche Vorteile hat ein künstlicher Weihnachtsbaum? Einer der wesentlichen Pluspunkte, den diese Form des Weihnachtsbaums in die Waagschale werfen kann, ist der Mehrweg-Charakter. Im Gegensatz zur Blaufichte oder Nordmanntanne, die nach den Feiertagen ihren Dienst getan hat, wird der Plastikbaum einfach im Keller oder auf dem Dachboden untergebracht.
Rücken die Weihnachtsfeiertage im kommenden Jahr näher, wird der künstliche Weihnachtsbaum einfach wieder hervorgeholt. Hiermit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Durch die mehrjährige Nutzung wird bei den Ausgaben gespart, die in anderen Haushalten jedes Jahr für den Weihnachtsbaum anfallen. Zudem wird bei Verwendung eines Plastikbaums auf den wiederholten Einschlag eines Nadelbaums verzichtet.
Immerhin haben Tannen und Fichten bis zum Schmücken ein Alter von rund 12 Jahren erreicht. Darüber hinaus ist der künstliche Weihnachtsbaum noch aus einem anderen Grund keine schlechte Idee: Inzwischen sind die Produktionsverfahren so ausgefeilt, dass sich laut Balsamhill ein natürlich wirkender Look erreichen lässt. Zu den Nachteilen gehört die Tatsache, dass jedes Jahr der gleiche Weihnachtsbaum im Haus steht. Einmal Tanne – immer Tanne. Besonders, wenn der Baum eingefärbt wird (zum Beispiel mit Schnee), ist ein Wechsel nur durch den Neukauf eines anderen Baums möglich.

Der Weihnachtsbaum aus Kunststoff – die Vorteile:

  • Mehrwegkonzept - Preis
  • kein Nadeln
  • Material schwer entflammbar
  • im Wunschdesign zu haben
  • optimale Wuchsform
  • keine Rodung der über Jahre gewachsenen Setzlinge

Die Nachteile:

  • kein jährlicher Wechsel möglich
  • natürliche Haptik fehlt
  • Rohstoff- und Energieverbrauch bei der Herstellung
  • Entsorgung

Für wen eignet sich welche Variante?

Natürlich oder künstlich – eine Frage, die jeder Haushalt für sich selbst entscheiden muss. Wer auf den Tannenduft und die Haptik eines natürlichen Baums auf keinen Fall verzichten will, muss zu Blaufichte oder Nordmanntanne greifen. Allerdings ist hier bereits im Vorfeld klar, dass dessen Flair und Schönheit nur ein begrenztes Haltbarkeitsdatum hat. Zudem ist die Verwendung echter Kerzen schwierig – aufgrund der Brandgefahr.
Der künstliche Weihnachtsbaum hat es hier besser. Mittlerweile sind die verwendeten Kunststoffe des Plastikbaums schwer entflammbar. Zudem verliert der Baum keine Nadeln und ist durchaus für die Familie mit Kleinkind interessant, da er nicht nadelt und abgerundete Nadeln nicht in kleine Kinderhände piksen. Allerdings sollte die Entscheidung zum künstlichen Baum nur fallen, wenn man diesen tatsächlich über Jahre verwenden will.

Für jeden Geschmack der richtige Weihnachtsbaum

Alle Jahre wieder das gleiche Spiel: Nach den Weihnachtsfeiertagen verliert der Tannenbaum seine Nadeln und wird ausrangiert. Wer einen künstlichen Weihnachtsbaum besitzt, schmückt das Ganze ab – und parkt den Baum im Keller. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Und man wird den Liebhaber der einen Option sicher nicht von dem anderen Baum überzeugen. Aber: Ein künstlicher Weihnachtsbaum muss auf lange Sicht weder teurer noch ökologisch nachteiliger sein – wenn er lange genug genutzt wird.



Bildquellen:
Abbildung 1: © Hans (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 2: © Kapa65 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com