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20.03.2018

Weihnachtsgedanka

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von Nikolaus Hertle


Ganz still ond ruhig, so statt se dau,
en freier Natur, en Feld ond Au.
A bar alte Nägel guggat vorna raus,
beim Dach dau rengnat's rei zom graus,
dr Holzwurm hausat wia em Paradies,
ond usarom a vertriknata Wies.

A alta Hitte hald, wia's viele geit,
vor 2000 Jaur genau aso wia heit.
Ond denna standat en stiller Ruah,
a alter Ochs - ond a Esel no drzua.

Dia zwoi, dia kuiat vor se na so Sacha,
mei - was willsch als Vieh scho anders macha.
Hald romstau, bled gugga ond s'Hei eiverleiba,
ond hi ond dau mit am Wedel d'Fluiga vertreiba.

A seliga Ruah hand dia zwoi eaba ghet
drom hat dr Ochs gmoid: "Mir hand's scho nett."
"Ja ja" said dau dr Esel, "vrschrei's no id,"
"soscht isch glei rom, - mit dr Ruah en dr Hütt."

Ond glei drauf, dau bombrat's an d'Wänd,
so fescht, - daß dia zwoi saumäsig verschrogga send.
"Ja was war et's dees?", so ka ma da Ochs verstau,
"Vor lauter Schreck, hau i henda ebbes falla lau!"
"Ja was wois denn i?", said der Esel mit Schrecka,
"Auf jeden Fall ka i's jetz - au nemme schmecka."

"Et's was isch des wirklich?", hat dr Ox verlauta lau,
"Des send ja zwoi Menscha, was wend denn dia blos dau?"
"Am end wend dia no en onsran Stadl rei,
bua des wet mr scho de recht Gsellschaft sei!"

"Et's sott ma hald menschisch kenna, " sait dr Ox verduzt,
"nau hätt i dia glei auf dr Stell wieder redur nausbuzt!"
"am End hand dia nix zom Essa, nau fällt's deane ei,
nau wend dia zom Schlußß no ebbes von eisram Hei.

Ond et'sa gug, et's schbrengat'se au no dahenda rom,
ond du Esel, du stasch blos dau ond gugesch recht domm."
"Ja mei, - was werrad et's di dia zwoi scheniera,
dia send hald reikomma, weil dussa wet ses friara.
Ond wenn du moisch, dia solldat zo iares gleicha gau,
i denk, - des hättat se doch gmacht, wenn ma se hätt lau."
"Ond außerdem guck na, dia send so miad, dia schlaufat scho,
et's sei endlich still, ond mach's grad aso."

A weng brudlat hat'r no - iber dia Frau ond dean Ma,
aber nau hat er au eigseah, dia send doch recht elendig dra.
Nau war's friedlich ond still, em Stall daduss,
bis zmoischt a Gschreu losgat, wia nach ma Schuss.
Dia Viechr send hochgfara, wia von dr Tarantl gstocha,
vor lauter Schreck hätt dr Esel beinah no da Haxa brocha,
ond hearat a Schreia voma kloina Kend,
des grad auf d'Welt komma isch, - ohne Send!

Vola Stauna said dr Ox: "Ja was isch et's des?
Et's hand mir a Kend on id amol a Schees!"
"D'fir dond mir et's", moit dr Esel nau glei,
"wenigschtens a Plätzle richta en d'Fuatrkrippe nei.
Das des Kend weg isch vom Boda, soscht verfriart ons der Buah,
ond dass am warm wet, dom ran no ahaucha drzua."

"I id!" , moit dr Ox ond scherrat mit de Huafa,
"I hau se ja schliaslich au id gruafa!"
"Gei doch a Ruah!" said dr Esel, "ond sei mr blos still,
wearsch du a Kuah werra, nau hätt mr wenigschdens a Mill!"

Ja wia se nau so hauchat, dau nemmat'ses eascht en acht,
dass ja Dag hell isch, mitta en dr Nacht.
Auf oimol, dau hearat se so a klenga,
so schea, - als dedat dÈngala senga,
nau merkat'ses plötzlich, dr Heiland isch des,
wo dau denna leit, - en deanr profesorischa Schees.

Ond nau send d'Hirta komma, alle hand se da Jesus aguckt,
blos dr Ox ond dr Esel send nomma von seiner Seite gruckt,
Drom denk i mir, schea wärs gwea, wär ma dau drbei,
ond wenn's au blos - als Ox oder Esel sei.