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Zuletzt aktualisiert
26.09.2018

Ein Weihnachtsbaum! Nur für mich!

Gefunden auf www.weihnachtsstadt.de
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von Heike

Dezember1997: Kurz vor Weihnachten schwebt der kleine, vierjährige Matteo mit seiner Mama im Flugzeug von Rom in das kalte Deutschland. Weihnachten wird in Italien natürlich auch groß gefeiert. In Matteos Heimatstadt strahlen viele Lichterketten in den Straßen. In den zahlreichen Kirchen gibt es viele, wunderschön aufgebaute, Krippen zu bewundern. Bei einer ausreichenden Zuschauerzahl fällt sogar mitten in der Stadt, auf einem Hinterhof, künstlicher Schnee vom Himmel und bedeckt dort die stehenden
biblischen Bilder. Das Christkind und der Weihnachtsmann haben auch hier alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Kinderwünsche zu erfüllen, und es gibt sogar die Möglichkeit, einen echten Tannenbaum zu kaufen.

Matteo aber hat seine ganz eigenen Vorstellungen. Bereits im Kindergarten hat er verkündet, dass er in Deutschland mit seinem Opa in den Wald geht und sich dort selbst einen Weihnachtsbaum absägen wird. Natürlich hat er auch einen Wunsch - eine Motorsäge, die braucht er nämlich unbedingt. Und wenn ihn sein Kindermädchen schon so direkt fragt, was er sich denn von ihr zu Weihnachten wünscht - nun, so eine Motorsäge wäre doch DIE Gelegenheit, um sich beim Christkind nützlich zu machen.

Jetzt aber macht sich der kleine Mann mit der ganzen Familie auf den Weg in den Tannenwald des Bauern, der die Weihnachtsbäume verkauft. Zwar ohne Motorsäge, dafür aber mit einer verrosteten Bogensäge und viel Tatendrang ausgerüstet, sind alle eifrig auf der Suche nach einer geeigneten Edeltanne.
Sorgfältig wird der große Baum ausgewählt, abgesägt und an Ort und Stelle fertig bearbeitet zum späteren Einstielen im Christbaumständer.
Matteo sucht inzwischen alle abgesägten Baumreste nach verwertbaren Tannenzweigen ab und wird auch fündig. Noch bevor sein Opa den großen Baum auf der Schulter balanciert, trägt der kleine Mann bereits seinen eigenen Tannenbaum” zurück zum Bauernhof. Auf seine Bitte hin werden die Zweige genau so schön in ein Netz verpackt wie der große Familienbaum vom Opa.

Wieder zu Hause angelangt, muss Opa dieses Jahr auf seinen eifrigsten Zuschauer und Helfer verzichten - Matteo hat doch noch so viel zu organisieren! Hier verschwindet eine Kugel, an anderer Stelle fehlen plötzlich etliche Holzfiguren, Strohsterne, Watte und Lametta - alles findet einen neuen Platz! Auf dem Spieltischchen steht Matteos Weihnachtsbaum in einem Blumentopf und strahlt einen immer festlicheren Anblick aus. Zuerst brennt eine Kerze, dann werden die Nächsten angezündet - Matteo feiert Weihnachten mit seinem eigenen Weihnachtsbaum.
Voller Besinnlichkeit sitzt das kleine Kerlchen mitten in der Stube und ist doch so weit weg! Was gäbe ich nicht alles für die Gedanken, die jetzt in diesem kleinen Köpfchen sind!

Sollten wir Großen uns nicht ruhig mal ein Beispiel an Matteos eigenem Weihnachtsfest nehmen?