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Zuletzt aktualisiert
26.09.2018

Papa, erzähl mir vom Himmel

Gefunden auf www.weihnachtsstadt.de
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Märchen beginnen normal immer mit Es war einmal.
Meine heutige Weihnachtsgeschichte, nicht. Denn diese Geschichte kann jedes Jahr und überall geschehen, aber eben nur - in der Weihnachtszeit.

Ein Vater hatte gerade seine kleine Tochter vom Kindergarten abgeholt und wie jeden vorangegangenen Tag fragte Klein Anna auch heute: Papa wie oft noch schlafen bis das Christkind kommt?

Du kannst es ja heuer überhaupt nicht erwarten – aber ich sage es dir – einmal noch schlafen und dann kommt das Christkind!

Einmal noch! Nur noch heute? Dann kommt das Christkind mit all den Packerln? – Glaubst du daß es meinen Wunschzettel gefunden hat?

Er war weg! ------ Ja du weist – wie oft bei mir ein Spielzeug weg ist und das hat auch nicht das Christkind geholt!

Anna das ist doch ganz was anderes – deine Spielsachen tauchen alle wieder einmal auf –untern Bett – im Kasten oder sonst wo!

Und Mama? Hat die auch das Christkind geholt?

Wie kommst du auf das?? ------- Na ja wegen dem Wunschzettel, den hat doch das Christkind geholt – dann hat sie vielleicht auch die Mama.....

Ja das kann man auch so sagen – Mama ist im Himmel – und das Christkind auch!

Papa du schreibst doch Bücher und Geschichten hast du auch eine über den Himmel!

Nein, aber ich werde dir heute vor dem einschlafen eine Geschichte über den Himmel erzählen –aber jetzt laß uns einmal nach Hause gehen

Hand in Hand ging Vater und klein Anna die Straße entlang – überall in den Fenstern sah man schon Weihnachtsbeleuchtungen, in manchen Vorgärten standen beleuchtete Tannenbäume.

Klein Anna plapperte ununterbrochen --- Nur noch einmal schlafen Nur noch einmal schlafen ------ und der Vater überlegte sich die ganze Zeit was er über den Himmel erzählen sollte. Zu Hause war es schön warm, überall standen Adventsachen, kleine Engel als Kerzenleuchter, Weihrauchhäuschen, ein Adventkranz hing von der Decke und auch eine Krippe durfte nicht fehlen.

Klein Anna lief sofort in ihr Zimmer, denn sie hatte in der Früh vergessen das
23zigste Türchen vom Advent - Kalender aufzumachen.

Papa ein Schokolade –Stern! Darf ich noch naschen?---- Nein erst nach den Abendessen

Zu spät! Er war so weich, daß ich ihm nicht mehr halten konnte!---- Anna --man darf doch zu Weihnachten nicht lügen!------- Sonst schon?------- Anna bitte geh jetzt Hände waschen und komm essen!

Okay, aber vergiß nicht, du hast mir versprochen eine Geschichte über den Himmel zu erzählen

Während des Essens und auch als Anna badete überlegte der Vater: Was soll ich über den Himmel erzählen? Vielleicht vergißt sie? Oder – mir wird schon was einfallen

Nach den baden wollte Anna unbedingt noch das Video vom Rudolf das Renntier sehen – der Vater verzichte zum zwanzigsten mal auf die Abendnachrichten – denn so oft hatten sie sich heuer schon den Rudolf angeschaut. Aber dann ins Bett------- Und nur noch einmal schlafen!

Als der Film zu Ende war lief Anna zum Fernseher drückte die Austaste, lief zurück zum Vater, kuschelte sich an ihm und sagte Und nun noch die Geschichte vom Himmel!

Nun gut – der Himmel ist ganz, ganz weit oben, manchmal ist er ganz blau mit kleinen weißen Wolken und in der Nacht... ---- ---sind Sterne und der gute alte Mond, Papa das weis ich doch – Ich will nicht wissen AM Himmel ich möchte was wissen -- IM Himmel

Aha, na gut, im Himmel ist jetzt irrsinnig viel los – das Christkind hat alle Wunschzettel eingesammelt und abgeliefert. Jetzt sind alle Engel beschäftigt diese Kinderwünsche zu erfüllen.

Die Mama ist ja auch im Himmel, ist sie auch ein Engel? -- Aber ja mein Liebes, sie ist Dein Schutzengel --- Dann hat sie auch meinen Wunschzettel gelesen?

Aber sicher, du wirst sehn morgen abend unter den Weihnachtsbaum werden alle deine Wünsche erfüllt sein.

Heute Nacht wird aber noch gearbeitet, gebastelt und genäht, gehämmert und geklopft und das so laut, daß davon Frau Holle aufwacht und ihre Betten schüttelt daß es auch so richtig weihnachtlich auf Erden wird. --- Mama hat den Schnee so geliebt, sie war dann wieder wie ein Kind...... und dann kam die Krankheit --- und dann waren nur noch wir zwei.

Und der Vater erzählte noch soviel vom Himmel, daß er gar nicht gleich merkte, daß Anna schon eingeschlafen war.

Er brachte sie ins Bettchen und verließ ganz leise das Kinderzimmer. Dann holte er den Wunschzettel und überprüfte nochmals alle Geschenke. Bei den Päckchen mit der Puppe, die weinen und Mama sagen kann, wechselte er den Anhänger nochmals aus. Statt "Vom Christkind" schrieb er Von Deiner Mama und er merkte gar nicht daß unter den Tränen die Tinte zerrann.

Da er innerlich so aufgewühlt war und sicher noch nicht schlafen konnte setzte er sich an die Schreibmaschine und schrieb Papa, erzähl mir vom Himmel.