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Zuletzt aktualisiert
18.06.2018

Viele bunte Weihnachtspäckchen

Gefunden auf www.weihnachtsstadt.de
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von Eleonore Görges,  www.eleonore-görges.de

Nele und Stina genossen die Vorweihnachtszeit, ihnen gefielen die schönen Weihnachtsbäume und die vielen bunten Lichterketten.

Alle Dörfer und Städte waren hell erleuchtet. Mit großer Freude fegten sie immer und immer wieder darüber hinweg.

"Was ist eigentlich Weihnachten?" - fragte Nele ihre Mutter.

"Jedes Jahr an Weihnachten feiern die Menschen die Geburt eines kleinen Kindes, das vor über 2000 Jahren zur Welt kam. In Erinnerung an dieses ganz besondere Kind wird immer wieder ein Fest der Freude veranstaltet", - erklärte die Wolkenmama.

Dann erzählte sie ihren Kindern noch, dass die Menschen an Weihnachten von dem Christkind beschenkt würden.

"Wer ist das Christkind?" - fragte Stina, die aufgeregt zuhörte, was die Mutter ihnen erzählte.

"Das Christkind wohnt im Himmel und begibt sich jedes Jahr zu Weihnachten auf die Erde, um die Menschenkinder zu beschenken.

Viele kleine, eifrige Engel helfen ihm, denn alleine könnte es die vielen Geschenke nicht zu all den Menschenkindern auf der Erde bringen."

"Können wir auch Weihnachten feiern und Geschenke bekommen?" - fragte Stina ihren Vater. "Sag doch, Papa!"

"Nein, Stina, wir sind Wolken, wir können keine Geschenke bekommen."

"Ich möchte aber auch Weihnachten feiern!" - gab sie ihrem Vater zur Antwort. Dieser überlegte, wie er seine kleine Wolkentochter trösten könnte, denn offensichtlich war sie ein wenig traurig darüber, dass es für sie keine Geschenke gab.

"Wisst ihr was, meine Kinder?" - schlug der Wolkenpapa seinen beiden Töchtern vor.

"Damit ihr auch etwas von Weihnachten habt, werden wir dieses Jahr dem Christkind und seinen Engeln helfen, die vielen Geschenke zu den Kindern auf die Erde zu bringen.

Das wird euch Spaß machen und ihr könnt all die Weihnachtslichter aus der Nähe betrachten."

Das gefiel Nele und Stina und auch die Mama war begeistert. Also beschlossen sie gemeinsam, dass sich der Wolkenpapa sofort zu einem der Engel begeben sollte, um ihm die Neuigkeit mitzuteilen.

Aufgeregt warteten die Wolkenkinder auf ihren Vater, bis dieser wieder zurückkam und ihnen berichtete, dass die Engel und das Christkind sich sehr über ihre Hilfe freuen würden.

Nun konnten Nele und Stina kaum noch abwarten, bis es soweit war.

Endlich kam dann der Tag, es war Weihnachten und sie machten sich auf den Weg zu dem Christkind und seinen fleißigen Engeln, um ihnen zu helfen.

Schon von weitem sahen sie, dass viele Wolken hintereinander in einer Reihe anstanden, um sich mit Päckchen und Paketen beladen zu lassen.

Die Wolkenkinder sahen zu, wie die anderen Wolken mit ihrer schweren Last loszogen, in Richtung Erde. Es war ein wunderschöner Anblick, all diese herrlich bunte Fracht, mit den roten und goldenen Schleifen. Manche Päckchen waren klein und leicht, andere wieder groß und schwer, aber alle waren herrlich bunt.

Nun kamen sie selbst an die Reihe, sie bekamen ihre bunten Päckchen, die sie zur Erde bringen durften. Die Engel beluden Nele und Stina mit kleiner und ganz leichter Fracht, da sie ja noch Wolkenkinder waren. Mama und Papa bekamen größere und schwerere Pakete zu tragen.

"Haltet sie gut fest!" - sagte der Wolkenpapa zu seinen Kindern.

"Wir dürfen die Weihnachtsfracht nicht verlieren, auf der Erde warten die braven Kinder darauf. Sie wären sehr, sehr traurig, wenn wir sie verlieren würden, denn dann könnte das Christkind die Kinder nicht beschenken."

"Wir haben eine verantwortungsvolle Aufgabe übernommen und müssen vorsichtig mit all den Geschenken umgehen, sie unversehrt zur Erde bringen", erklärte der Wolkenvater seinen beiden Kindern eindringlich.

"Ich halte meine ganz, ganz fest", sagte Stina, die gerade ihre Päckchen bestaunte, fasziniert. Diese waren in wunderschönes, buntes Papier gewickelt und mit dicken goldenen Schleifen versehen.

"Ich auch, ich werde sehr gut aufpassen, dass ich nichts verliere", sagte Nele, die ihre Päckchen ebenfalls bestaunte und diese bunte Pracht bewunderte.

Nun zog die Wolkenfamilie los in Richtung Erde, schön langsam, damit sie auch ja nichts verloren. Zwei Engel begleiteten sie, um ihnen zu zeigen, wohin sie ziehen mussten.

Bald waren sie auch schon in einer kleinen Stadt angelangt, die herrlich weihnachtlich geschmückt war, überall brannten bunte Weihnachtslichter. Für Nele und Stina war es wunderschön, diese weihnachtliche Stadt so nah zu erleben.

"Wartet hier", sagte einer der Engel zu der Wolkenfamilie. "Wir werden jetzt die Päckchen nehmen, die ihr hierher getragen habt und in die Häuser zu den Kindern bringen. Dort legen wir sie unter den Weihnachtsbaum. Am Abend werden die Menschenkinder sie dann finden und auspacken dürfen."

Schon waren die zwei Engel mit den ersten Weihnachtspäckchen in einem Haus verschwunden, kamen bald darauf wieder heraus, nahmen die nächsten Päckchen und brachten sie in das Nachbarhaus. So ging es weiter, bis die Wolkenfamilie von ihrer schönen Last befreit und alle Geschenke verteilt waren.

Nele und Stina wurden ein wenig traurig, dass sie nun alle Päckchen abgegeben hatten.

"Das hat mir richtig Spaß gemacht", sagte Nele zu ihrer Mutter. "Können wir das nächstes Jahr an Weihnachten auch wieder tun?"

"Aber ja, mein Kind, wenn euch das Freude bereitet, dann werden wir dem Christkind und seinen Engeln wieder helfen. Sie können jede Hilfe brauchen, denn viele Menschenkinder auf der ganzen Erde warten auf ihre Weihnachtsgeschenke.

Vielleicht haben wir nächstes Jahr Glück und sehen auch das Christkind."

Die beiden Wolkenkinder hüpften voller Freude los.

Gemeinsam mit ihren Eltern entfernten sie sich von der Stadt, aber nur so weit, dass sie noch sehen konnten, wie am Abend die Menschenkinder ihre Weihnachtspäckchen unter den Weihnachtsbäumen fanden und auspacken durften.

Nele und Stina freuten sich mit den Kindern auf der Erde, denn auch sie spürten nun diesen feierlichen Glanz, der über Weihnachten wacht.

© Eleonore Görges

Bücher von Eleonore Görges:

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