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Zuletzt aktualisiert
18.06.2018

Wie Rudolph zu seiner roten Nase kam

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Die Inside-Story:

Wie Rudolph zu seiner roten Nase kam

-und andere Geheimnisse entlarvt!

von Sarah Sofia Granborg

An diesem Weihnachtsfest ging aber auch alles schief! Die ersten schlechten Neuigkeiten waren vom Tüv: der Schlitten war nicht durchgekommen und die Rechnung für den Mechaniker betrug stolze 5976 Monddollar und 75 Sternenstaubcents!

Santa hatte verärgert geschnieft und Julia, seine Lieblingselfe (oder manche munkelten auch, dass sie im Grunde eigentlich Mrs. Claus war...) -Also, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Julia, die gute alte Seele!
Nun- zunächst hatte sie ganz betrübt dagesessen und geschluchzt, dass nun das Weihnachtsfest wohl so gut wie erledigt sei, denn woher sollte das viele Geld so schnell und so kurz vor Weihnachten herkommen und es war fast genauso viel wie man für die Geschenke brauchte... aber dann kam ihr eine Idee!

Ich werde alle Süssigkeiten für die Kinder selber machen!” rief sie freudestrahlend und ihre roten Bäckchen glänzten wieder mit ihren Augen um die Wette.
Ja und ich werde mit den anderen Elfen das Spielzeug basteln!” meldete sich Chris genauso enthusiastisch.
Und ich werde alles aufräumen und, und, und... es wird trotzdem ein ganz, ganz tolles Weihnachtsfest werden, ja das schönste, das wir je hatten!” piepste Massie, Chris’ junger Lehrling und Assistent zugleich, ganz aufgekratzt dazwischen.

Julia gab ihm einen mütterlich liebevollen Blick. Nicht, dass sie seine Mutter war, aber Massie hatte so etwas an sich; man konnte ihn einfach nur so ansehen, ihn knuddeln und lieb haben; das war seine Hauptaufgabe am Nordpol: lieb und süss und knuddelig zu sein und alle lieb zu haben und dafür zu sorgen, dass das Stimmungsbarometer nie zu tief sank. Eine Aufgabe, die er mit einigem Fleiss, Stolz und grossem Engagement meisterte!

Doch dann liess der Stress nicht ab. Im Postraum waren die Wunschzettel verloren gegangen. Schliesslich fand man sie im Badezimmer. Eine Erfinder-Elfe hatte Schiffchen draus gebastelt und wollte sie gerade probesegeln lassen, als Chris die Tür aufmachte, den Schaden sah und sie aber doch noch retten konnte. Julia bügelte die ganze Nacht hindurch und das Meiste war noch zu entziffern und dort, wo’s dann haperte, baute man eben ein extra-großes Geschenk und tat eine Extra-Portion Süssigkeiten in den Strumpf.

Aber alle Sorge sollte noch längst nicht vorüber sein! Die Futter-Elfe hatte vergessen die Motten zu füttern und hungrig, wie sie waren, hatten sie sich über die Weihnachtsstrümpfe hergemacht und riesige Löcher in die Hacken und Spitzen gefressen!
Wer sollte das noch hinkriegen, nur eine Woche vor dem Fest?! Da half alles nichts, man brauchte ein ganzes Heer von Elfen um die Strümpfe aller Kinder überall auf der Welt zu stopfen! Und so wurden die Reserve-Elfen, die Jule-Feen, die Amateur-Weihnachtswichtel, die Weihnachtsmannrentner und die Freizeittrolle angeheuert und eingespannt. Sozusagen 5 vor 12 hatte man es gerade noch geschafft, aber dann kam der nächste Schicksalsschlag:

Alle Süssigkeiten, die Julia in tagelanger Arbeit gekocht und gebacken hatte, waren urplötzlich verschwunden! Santa hatte jedermann und seinen Bruder ausgefragt, aber sie waren nirgendwo aufzutreiben gewesen!
Was nun?

Auf seinem Weg zurück zum Nordpol sah er ein Licht im Stall und schaute bei den Rentieren vorbei. Da waren sie alle: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen! Doch irgendwas war hier verkehrt! Sie gaben ein merkwürdiges Bild ab und benahmen sich noch komischer als sie aussahen!

Da fiel Santas Blick auf ein kleines Rentier in der Ecke.
Wie heisst du denn mein kleiner Freund?” fragte er interessiert, sich zu ihm niederbeugend.

Rudolph” quietschte Prancer vorlaut, gefolgt von Donners ungehaltenem Kichern und auch der Rest der Meute konnte ihr Gackern nun kaum mehr unterdrücken.

Sag’ mal, was ist denn mit euch los, warum gackert ihr denn so?” rief Santa nun leicht verärgert. Und sich auf den Grund besinnend, warum er überhaupt hier ausserhalb seiner Nordpolhöhle im Stall stand, fügte er schnell hinzu:
Ihr wisst wohl auch nicht, wo die Süssigkeiten geblieben sind, die Julia für die Kinder gemacht hat?”

Wieder Gegacker und Gekicher, nur wurde es jetzt so laut, dass es schon in ein direktes Lachen ausartete und nun bemerkte Santa, dass der kleine Rudolph ganz rot im Gesicht war.

Um es kurz zu machen, es war der kleine Rudolph gewesen, der alles aufgefuttert hatte und sich seiner Tat so schämte, dass seine Nase selbst drei Tage später immer noch rot war! Und die anderen Rentiere hatten, weil sie stillschweigend zugesehen hatten -halb aus Gleichgültigkeit und halb weil sie dachten, dass es dem kleinen frechen jungen Ding gut tun würde, von Santa ausgeschimpft zu werden, nun auch noch die ‘Kicher-Krankheit’ bekommen.
-Das war es jedenfalls, was der Not-Tierarzt sagte, der zu später Stunde noch zum Nordpool gerufen worden war!

Am heiligen Abend hatten Julia, die Reserve-Elfen, die Jule-Feen, die Amateur-Wichtel, die Rentner-Clausen und die Freitzeit-Trolle, die ja sowieso alle noch vom ‘Stopf-Marathon’ am Nordpol verweilten (und vermutlich nach dem Glögg- und Weihnachtsbiergelage sowieso zu betrunken waren, um nachhause zu fliegen) alles nachgekocht und die leckersten Süssigkeiten zubereitet, die je in den Weihnachtsstrümpfen der Kinder der Welt stecken würden.

Alles war also bestens und Santa war gerade dabei, abzufliegen, als der Hilfsmotor des Schlittens nicht ansprang und auch die Scheinwerfer versagten! Der Mechaniker hatte schon seinen Winterschlaf angetreten und nun wusste Santa auch nicht mehr, was man jetzt noch tun konnte! Guter Rat war teuer und die Zeit so knapp, dass schon gar nichts mehr zu retten war.

Santa sass in seinem Lehnstuhl am Kamin der Weihnachtshöhle am Nordpol, grübelte und war dabei Trübsal zu blasen, als ihm ein Engel erschien. Also genauer gesagt war es Julia, die mit dem Engel im Schlepptau die schwere Tür öffnete...

Der Engel sagte:
Santa, weisst du was, wenn du irgendetwas finden kannst, das den Schlitten zieht, dann fange ich dir alle Sterne vom Himmelszelt und setze sie auf jede einzelne Tannenspitze, damit sie dir den Weg leuchten!”

Hocherfreut umarmte Santa den Engel, der sich merkwürdigerweise in seinen Armen in Massie verwandelte... und begab sich abermals in den Stall, denn nun war ihm eine Idee gekommen!
Hör mal zu, kleiner Rudolph, eigentlich solltest du in der Ecke stehen und dich was schämen, aber ich hab’ eine viel bessere Idee für dich! Mit all dem süssen Zeug, das du verschlungen hast, hast du genug Energie, um mich dreimal um die Welt zu fliegen und deine Nase leuchtet sowieso viel, viel heller als die neusten Scheinwerfer, die ich für meinen Schlitten kaufen könnte! Also, was meinst du, wollen wir uns beide auf die Reise machen, nur du und ich, ganz allein?”

Rudolph machte eine Freudensprung und auf waren sie, um schleunigst alle Geschenke abzuliefern!

 Die Kinder der Welt haben nie erfaren, wie turbulent es an jenem Weihnachtsfest am Nordpol zugegangen war, denn alles war so, wie’s immer ist; alles befand sich dort unter dem Baum am rechten Platze, zum rechten Zeitpunkt! -Nur waren die Süssigkeiten diesmal viel leckerer und das Spielzeug viel schöner, weil ja alles von Elfenhand selbst gefertigt war!

Ach ja... am Nordpol haben die Hinterbliebenen natürlich gross gefeiert, dass Santa, trotz aller Katastrophen und Verhinderungen doch noch rechtzeitig seine Mission vollbringen konnte! Und als er zurückkam, war da jemand, der wie jedes Jahr etwas gespannter und etwas sehnsüchtiger auf ihn wartete, als die anderen Elfen.

Aber dieses Jahr hielt er ein ganz besonderes Geschenk für sie bereit und er konnte es kaum erwarten, ihr Gesicht zu sehen, wenn sie das Schächtelchen öffnen und den kleinen Diamanten oben auf dem Ring blitzen sehen würde...

 

 

Noch mehr schöne Geschichten könnt ihr nachlesen in Sarah Sofia's Buch:
Herbst und Weihnachten in Skandinavien